Hair & Beauty

Messe zeigt die aktuellen Haartrends

Alles andere als zum Haare raufen: Die Fachmesse HAARE zeigt in Nürnberg, was Friseure, Barbiere und Kosmetiker wissen müssen.

NÜRNBERG. Die schlechte Nachricht gleich zu Beginn: Wenn sich die Branche auf der Fachmesse HAARE 2016 trifft, haben Verbraucher keinen Zutritt. Dabei verspricht eine der größten Friseur- und Beautyveranstaltungen in Süddeutschland wieder jede Menge Highlights. Neben den aktuellen Trends der Herbst- und Wintersaison für Sie und Ihn, werden etwa die Bayerische und Deutsche Meisterschaft der Friseure ausgerichtet. Außerdem kämpfen die Finalisten um den zum zweiten Mal ausgerichteten German Barber Award, bei dem um die höchste Kunst der Bartpflege und Nassrasur die Klingen gekreuzt werden.

„Es ist eine faszinierende Beautywelt“, sagt der bayerische Landesinnungsmeister Christian Kaiser. Denn Haare bleiben ein emotionales Thema. „Von der Antike, über Barock, Neuzeit bis heute stehen Haare für Selbstbewusstsein und kulturelle Zugehörigkeit.“ Dieser Branchentreff mit steigender nationaler und internationaler Ausstrahlung unterstützt die Ausbildung des Nachwuchses und die Weiterbildung etablierter Betriebe. Die Meisterschaften gelten aber auch als Karrieresprungbrett, weil Verbände und haarkosmetische Industrie hier ihren Nachwuchs rekrutieren. Impulse für Top-Styles und Trends liefern 14 Shows und 22 Workshops.

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Foto: Tjiang

Was nun tatsächlich im Kommen ist, weiß Dieter Schöllhorn, Creativdirector des Landesinnungsverbandes und zugleich auch Bundestrainer der Friseurnationalmannschaft. Für ihn gibt es nicht mehr die eine Frisur oder den einen Look. „Heute ist eine Vielzahl an Möglichkeiten erlaubt.“ Das gelte sowohl für das Haarstyling wie auch für die Kleiderauswahl.

Edel, lang und ultraglatt

Der Kenner sieht bei Frauen lange Haare ultraglatt getragen mit einem Wet-Look im Trend. Das sei jedoch immer abhängig von Typ und Anlass. Möglich sind auch andere Stylings mit seidenen Haarbändern oder glitzernden Haarbroschen. Aber nach dem Prinzip „Alles ist möglich“ können es auch freche Kurzhaarfrisuren sein.

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Foto: Tjiang

Der Bob oder Mary-Quant-Look habe wieder ein Comeback mit überlangen und vollen Seitenpartien, erklärt Schöllhorn. Fast alles ist für ihn möglich – außer Frisuren, die „nicht typgerecht oder handwerklich schlecht ausgeführt sind“. Das ist für den Profi „geradezu schmerzhaft“.

Bei Herren sieht der Creativdirector den Kurzhaarschnitt „puristisch und doch natürlich“ im Trend. Aber auch ein echter Punk-Effekt, kreuz und quer in alle Richtungen frisiert, darf der moderne Herr wagen. Will „Mann“ seine Haare lieber länger tragen, dürfen auch Naturwellen zur Geltung kommen. Eine Stylingvariante ist ein „prägnanter Seitenscheitel in Kombination mit einer glamourösen Lockenwelle“, sagt Schöllhorn. Selbst ein gewollt rockiger und zerzauster Messy-Hair-Look ist denkbar, allerdings auf Basis eines handwerklich perfekt ausgeführten Haarschnitts.

Die Fachmesse spiegelt aber auch das Comeback der nahezu ausgestorbenen Rasierstuben wider, neudeutsch: Barbershops. Diese Entwicklung Trend rückt den Mann als Kunde im Salon in den Mittelpunkt und findet sich sowohl in ganz Deutschland als auch international. „Heute lernt der Sohn die Nassrasur nicht mehr vom Vater“, weiß Florian Auzinger, Artistic Director vom Pionierladen 101 Barbers. 

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Foto: Tjiang

Für ihn ist es die „Königsdisziplin im Herrensalon“. Doch was morgens vor dem Spiegel relativ schnell gehen muss, wird im Barbershop regelrecht kultiviert. Bis zu 45 Minuten dauert das Prozedere, angefangen von einer Massage über heiße Kompressen bis hin zum eigentlichen Werk mit dem Rasiermesser.

Männer lieben Abwechslung

Nachdem gepflegte Vollbärte bislang „in“ waren, tragen modebewusste Männer jetzt Schnauzer oder Backenbart. „Männer wollen Abwechslung“, erklärt das Auzinger. Deshalb schauten sie zu den historischen Vorbildern der 1950er oder gar der 1930er Jahre. In jedem Fall habe sich der Bart als Symbol für Maskulinität etabliert.

Gut 120 Aussteller sorgen an den zwei Messetagen für eine umfangreiche Bildungs-, Innovations- und Beautymeile. Das dazugehörige Kongressprogramm richtet sich gleichermaßen an Führungskräfte und Nachwuchs. Dabei geht es um betriebliche Aspekte bis hin zur Altersvorsorge für Betriebschefs oder neue Möglichkeiten des Marketings.

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