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Sneakers - Mehr als nur Schuhe - eine Erfolgsgeschichte

Sneakers stehen für einen lässigen und hippen Lebensstil. Aber sind die Schuhe mit den Gummisohlen inzwischen auch bürotauglich?

Run DMC, Michael Jordan, Joschka Fischer machten sie berühmt - Sneaker. Heute sind Sneaker mehr als nur Sportschuhe. Sie sind begehrte Sammelobjekte, Marketing-Instrumente und Ikonen der Kulturgeschichte.

Was bedeutet eigentlich Sneakers?

Es ist das US-Slangwort für Schuhe mit einer athletischen Optik und flexiblen Gummisohlen. Sie wurden von Kindern so genannt, weil man sich darin fast lautlos anschleichen kann (vom englischen to sneak = schleichen). Das sportliche Schuhwerk wurde erstmals um 1870 in Zeitungen und in der Werbung erwähnt.

Wohl die wenigsten hätten sich im Jahr 1917, vor genau 100 Jahren, vorstellen können, dass ein Paar Schuhe im Jahr 2017 noch genauso populär ist wie damals. Die Rede ist von den All Star Basketballschuhen, die unter der Kurzbezeichnung Chucks, für deren prominentesten Träger, den Basketballstar Chuck Taylor, weltweit getragen werden. Mehr als 1 Milliarde Chucks wurden bisher von der Converse-Company, heute zum Nike-Konzern gehörend, abgesetzt. 

Look Sneakers 03

Nicht nur Kinder fanden gefallen an den Sneaker und gerade Jugendliche und junge Erwachsene stiegen vermehrt auf die pflegeleichten und auch preiswerten Sneaker um, deren Gestaltungsvielfalt mit jedem Jahr zunahm. Nicht nur der All-Star Chucks, sondern unzählige weitere Varianten kamen im Laufe der Zeit auf den Markt. Der größte Vorteil war die Allround-Tauglichkeit des Sneakers in den Augen seiner oder ihrer Träger. Sportschuhe, die sich genauso im Alltag tragen lassen und das in zahlreichen Varianten mit einem  hervorragenden Preis-Leistungsverhältnis.

Wie haben sich Sneakers in Deutschland etabliert?

Look Sneakers 02

Ihren gesellschaftlichen Höhepunkt erfuhren die Sneaker eigentlich erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Es war die Zeit der Jugend-Revolution gegen das Establishment, gegen konservative Überzeugungen und einem Leben in vorgegebenen Formen. Der Sneaker genau wie der „Turnschuh“ von Adolf Dassler, dessen 1949 gegründete Firma Adidas den Sportschuh mit Gummisohle auf breiter Front in Deutschland einführte. Der Sneaker oder der Turnschuh passte wunderbar zum jugendlichen Aufbegehren dieser Zeit.

Im Jahr 1985 war es noch ein kleiner Skandal, als sich Joschka Fischer in weißen Nike-Turnschuhen vereidigen lies. Was heute nicht mehr groß auffallen würde, war damals eine Provokation.
Doch zu dieser Zeit war der Sneaker längst „Gesellschaftsfähig“, nicht zuletzt durch weitere Jugendikonen, allen voran James Dean, der in den fünfziger Jahren bevorzugt Sneaker trägt und sich mit diesen fotografieren lässt.

Heute braucht der Turnschuh oder der Sneaker als Allroundschuh eigentlich keine fördernde Prominenz mehr. US-Präsidenten zeigen sich damit in der Öffentlichkeit genauso selbstverständlich wie Sportstars, wobei natürlich ein berühmter Name in Verbindung mit dem entsprechenden Modell immer verkaufsfördernd wirkt.

Die Designer der Schuhhersteller sorgen mit immer neuen Varianten und unter Einsatz neuer Techniken dafür, dass der Sneaker niemals langweilig wird. Das ursprüngliche Bild von Sneakers, also Schuhe von HipHoppern, Rappern und Sportlern hat sich drastisch gewandelt:


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Der Büromann, der Sneakers trägt, zeigt, dass er nicht mehr nach den alten Regeln spielt, sondern nach den neuen, die dem Mann mehr Eigenschaften zugestehen als nur den beruflichen Erfolg.

(Text: Julian Koller | Fotos: aufgenommen bei beatnuts)

Die LOOK Redaktion

Claudia Niebauer & Doris Melchner

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