Hair & Beauty

Er hat den Dreh raus: Den richtigen Lockenstab finden

Dick, dünn, gerippt, aus Teflon, Keramik oder Metall - Lockenstäbe gibt es in vielen Formen. Welcher eignet sich eigentlich am besten für welche Haarlänge? Experten geben Tipps zur Auswahl.

Im Handel gibt es Lockenstäbe in unzähligen Formen und aus verschiedensten Materialien. Kann ein Modell eigentlich mehr als das andere? Experten geben einen Überblick:

Beschaffenheit

Der Lockenstab sollte mit Teflon, besser mit Keramik beschichtet sein. "Es kann konstant die Wärme halten, das Haar klebt nicht an und wird geschont", erklärt Antonio Weinitschke vom Zentralverband des Friseurhandwerks. Geräte mit Spitzen aus Metall sollten gemieden werden. Die Gefahr, dass das Haar überhitzt, sei zu groß. Gut sind hingegen auch Geräte, die mit Infrarotwärme arbeiten. Die geringe Hitzezufuhr ist schonender fürs Haar.

Frank Rumpenhorst
Am Ende sind immer Beschaffenheit, Länge und Frisur entscheidend. Foto: Frank Rumpenhorst/dpa

Temperatur

Stäbe mit Thermostat und Fühler messen den Feuchtigkeitsgehalt des Haares und regulieren die Temperatur entsprechend, erklärt Rene Krombholz, Betreiber des Branchenportals friseur-news.de. Zwar sind sie etwas teurer, machten sich bei häufiger Anwendung jedoch bezahlt. Denn: "Beim Locken entziehen wir dem Haar Feuchtigkeit. Wird zu viel entzogen, führt das zu Schädigungen." Bei einem Gerät mit manueller Temperatureinstellung sollte man nicht weniger als 190 Grad ansteuern, rät Stephanie Schulze von der Visagistenschule Pro Academy in Berlin. "Dann öffnet sich die Schuppenschicht, zugleich erschrickt sich das Haar aber und schließt sich wieder." Bei 150 Grad öffnet sich die Schuppenschicht und bleibt auch offen. Das kann zu Schäden an den darunter liegenden Haarschichten führen. Auch zu hoch temperierte Stäbe können die Haarstruktur schädigen. Zum Vergleich: "Geräte ohne manuelle Regulierung arbeiten meist automatisch bei den optimalen 190 bis 210 Grad", erklärt Schulze.

Durchmesser

"Manche Lockenstäbe haben den Durchmesser eines kleinen Fingers, andere einen von sechs Zentimetern", sagt Weinitschke. Ihr Einsatz erklärt sich von selbst - zumindest teilweise: "Möchte ich sprunghafte Kringellocken, brauche ich einen Lockenstab mit kleinem, für große Locken einen mit größerem Durchmesser", erklärt der Friseurmeister. Doch das hat Grenzen: Die größten Geräte erzeugen keine Locken mehr, sondern nur noch dicke Wellen.

Kloesili
Lockenstäbe gibt es in jeglicher Form.
Christin Klose
Das Glätteisen ist ein wahrer Alleskönner. Fotos: Christin Klose/dpa-tmn

Form

Je nach Form des Stabs bildet sich eine andere Art von Locke. Eine Spirale ergibt Korkenzieher- oder Schillerlocken. Ein konisch geformter Stab wird zur Spitze hin dünner, er formt Beachwaves - ein laut Schulze "fluffiger Undone-Look". Ein gerade geformter Stab schafft gleichmäßig fallende Locken, die eher glamourös wirken. Welleneisen erinnern entfernt an Kreppeisen, die in den 90er Jahren beliebt waren. Doch das Ergebnis ist anders: Das Haar wird hier in die wellenförmige Zange eingelegt, die sehr akkurate Wellen erzeugt. Auch Glätteisen können das Haar in Locken legen - "je nachdem, wie oft man die Haarsträhnen um das Eisen wickelt und wie man es dabei hält", erklärt Weinitschke. "Beim Lockenstab hingegen wird die Locke immer nur so groß wie der Durchmesser des Geräts." Für ihn ist das Glätteisen damit der Allrounder. Es sollte aber nicht dicker als zwei bis drei Zentimeter sein. "Mit breiteren Geräten bekommt man keine Locken hin, sie eignen sich nur fürs Glätten."

Bürsten

Produkte mit Borsten oder langen Noppen sind eine Föhnalternative. Sie pusten Warmluft durch den Stab aufs Haar. Diese Varianten "dienen dazu, noch etwas Schwung in die Spitzen zu bringen", erklärt Weinitschke. Richtige Locken erzeugen die Warmluftstäbe aber nicht, dafür sei die Temperatur zu niedrig. Praktisch sind Warmluftstäbe, die mit mehreren Bürsten zum Abnehmen geliefert werden. So können einzelne Rollen noch kurz im Haar verbleiben, worauf das aufgedrehte Haar auskühlen kann. "Das erhöht deutlich die Haltbarkeit der Welle", erklärt Krumbholz.

Monique Wuestenhagen
Manche Lockenstäbe sind mit Zangen ausgestattet, um die Locken zusätzlich zu festigen. Foto: Moique Wüstenhagen/dpa-tmn

Zange

Ob man sich für ein Produkt mit oder ohne Zange entscheidet, ist Geschmackssache. Jene zum Aufklappen fixieren die Strähne während der Wartezeit, erzeugen aber auch mal schnell einen Knick im Haar, erläutert Schulze den Nachteil. Bei Geräten ohne Clip ist dagegen die Verletzungsgefahr höher, weil man die Strähnen selbst halten muss. Hier sollte man einen Handschuh mit Hitzeschutz verwenden

Haarstruktur- und Länge

Es ist natürlich auch abhängig von der jeweiligen Frisur und der Haarstruktur, welche Locken sich ergeben. "Mit einem kleinen Lockenstab kann ich sowohl bei feinem als auch dickem Haar kleine Locken formen. Aber das Endergebnis ist ein anderes", erklärt Weinitschke. Wer feines Haar hat, teilt die Strähnen am besten etwas größer ab, um schöne Locken zu kreieren. Frauen mit dickem Haar machen es andersherum, damit die Locke besser hält und sich nicht schnell zur Welle aushängt. Krumbholz rät bei kürzerem Haar auch nicht zu den größten Lockenstäben. "Kann ich ihn nur einmal ums Haar legen, bekomme ich keine großen Locken hin", erklärt der Experte. Bei schulterlangem Haar erzeugt ein dicker Lockenstab, der zwei- bis dreimal ums Haar passt, natürliche Wellen. Frauen mit langem Haar haben die größte Bandbreite. Allerdings: "Bandförmiges Haar beispielsweise lässt sich nur schwer locken", erklärt Weinitschke. Dieses Haar hat einen stark abgeflachten Durchschnitt.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa Text von Jana Illhardt, dpa
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